{"id":78,"date":"2020-06-15T09:13:44","date_gmt":"2020-06-15T07:13:44","guid":{"rendered":"https:\/\/manuel-huening.info\/?p=78"},"modified":"2020-06-15T09:13:44","modified_gmt":"2020-06-15T07:13:44","slug":"fachbeitrag-polyurethan-polyurethan-dicht-03-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manuel-huening.info\/?p=78","title":{"rendered":"Fachbeitrag: Polyurethan = Polyurethan? (Dicht! 03\/2019)"},"content":{"rendered":"<h1>LEDs sicher vergie\u00dfen<\/h1>\n<p><strong>ELEKTRONIK\/ELEKTROTECHNIK ROH-STOFFE\/MISCHUNGEN \u2013 Immer wenn Produkte zu Massenprodukten werden, wie z.B. LEDs, gibt es scheinbar g\u00fcnstige Alternativen zu bew\u00e4hrten L\u00f6sungen. Die kann man nat\u00fcrlich w\u00e4hlen, sollte nur bei qualitativ hochwertigen Produkte die \u201eRisiken\u201c beachten.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Zuge der voranschreitenden, seit einem Jahrzehnt andauernden LED-Entwicklung ist der Verguss dieser Produkte als Schutz vor Staub, Wasser, Chemikalien &amp; Co. nicht mehr wegzudenken. Zum Einsatz kamen und kommen dabei die unterschiedlichsten Verarbeitungstechniken. Ein Ansatz war z.B. die Kunststoffextrusion. Als kontinuierliches Verarbeitungsverfahren ist sie theoretisch dem diskontinuierlichen Vergussprozess \u00fcberlegen. Die Hersteller stammen \u00fcberwiegend aus dem asiatischen Raum und versuchen durch Menge zu beeindrucken \u2013 und das schaffen sie auch.<\/p>\n<p>Als sich dann in der Praxis herauskristallisierte, dass die marktg\u00e4ngigen und entsprechend preiswert verf\u00fcgbaren Thermoplaste dem Polyurethan-Gie\u00dfharz in einigen Bereichen, wie Shore-H\u00e4rte, UV-Best\u00e4ndigkeit, Flexibilit\u00e4t etc., dann doch nicht das Wasser reichen konnten, entstanden immer mehr ,,Vergussmanufakturen\u201c, die mit bereits etablierten Herstellern konkurrieren wollten.<\/p>\n<p>Ob Kalk\u00fcl oder eigenes Unverst\u00e4ndnis sei dahingestellt \u2013 es wurde leider Normalit\u00e4t, dass man Polyurethan mit Polyurethan gleichsetzte. Der Anwender, im Normalfall also der Leuchtenbauer, kannte und kennt den Unterschied im breiten Spektrum der Polyurethane in den wenigsten F\u00e4llen. Ein Grund, weshalb Thermoplaste dem breit aufgestellten Polyurethan nicht das Wasser abgegraben haben, ist, dass es eine unendlich gro\u00dfe Zahl an verschiedenen Polyurethansystemen gibt. Es lassen sich alle H\u00e4rten \u2013 von weichelastisch bis glashart \u2013 abbilden sowie alle \u00fcblichen Anforderungen an Best\u00e4ndigkeiten einstellen \u2013 nat\u00fcrlich nicht immer alles zur selben Zeit.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt heute dazu, dass im Marketing auch schon mal quasi \u00c4pfel mit Birnen vergli-<\/p>\n<p>chen werden, d.h. g\u00fcnstige und einfache Polyurethansysteme mit hochwertigen komplexen Polyurethanen in einen Topf geworfen werden. Ganz einfach, indem man angibt, ebenfalls mit Polyurethan zu arbeiten. Gleicher Schutz, gleiche Qualit\u00e4t, gleiches Ergebnis? Das muss nat\u00fcrlich oft verneint werden. Herk\u00f6mmliche Polyurethane sind nicht uvund hydrolysebest\u00e4ndig. Allein die in Deutschland g\u00e4ngigen Materialsysteme unterscheiden sich erheblich durch die verwendeten Rohmaterialien. Beim Isocyanat, der H\u00e4rter-Komponente des Polyurethan, gibt es MDI, HDI, TDI u.v.m. Die verschiedensten Typen k\u00f6nnen auch auf unterschiedlichste Weisen eingestellt werden. Polyole unterscheiden sich z.B. in Ether und Ester. Auch wirken sich verwendete Katalysatoren erheblich auf die Endeigenschaften aus.<\/p>\n<p><strong>Der Preis f\u00fchrt schon mal in die Irre<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend ein qualitativ hochwertiges Polyurethan mit entsprechenden f\u00fcr den LED-Verguss eingestellten Eigenschaften seinen Preis hat, sind Standardpolyurethane f\u00fcr ca. 50 % des Einkaufspreises zu haben. Wenn man also Produkte einkauft, ob Fertigteil oder Lohnverguss von Aluminiumprofilen, sollte man das verwendete Polyurethan genau spezifizieren.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Man m\u00f6chte \u00e4hnliche Produkteigenschaften erzielen wie ein Marktteilnehmer. Dieser zahlt (rein fiktiv) einen kg-Preis von 15 \u20ac. Wenn man nun ein Aluminiumprofil mit der Innenkontur 20 x 20 x 1000 mm (BxH xL)im Lohn vergie\u00dfen will, ergibt sich folgende Musterrechnung:<br \/>\n\u2022 Volumen: 400 g\/cm<sup>3<\/sup> (die LED-Stripes u.\u00e4. bleiben hier mal unber\u00fccksichtigt)<br \/>\n\u2022 Dichte Polyurethan: 1,06 g \/cm<sup>3<\/sup><br \/>\n\u2022 Gewicht: 0,424 kg\/m<br \/>\n\u2022 Preisanteil Rohmaterial: 6,36 \u20ac\/kg<\/p>\n<p>Wenn nun ein Preis von &lt; 7 \u20ac\/m f\u00fcr den Lohnverguss angeboten wird, egal ob in Deutschland, Polen oder China, dann wei\u00df man eigentlich, was man erh\u00e4lt \u2013 nicht viel oder, besser gesagt, kaum das qualitativ ben\u00f6tigte Produkt. Denn die Rohstoffherstellung der Polyurethane verteilt sich auf nur wenige gro\u00dfe Unternehmen, d.h. der Verk\u00e4ufer der Rohstof-<\/p>\n<p>fe ist oft identisch. Die Preise variieren kaum, h\u00f6chstens nach Abnahmemenge. Im relativ \u00fcberschaubaren Lohndienstleistungsbereich mit relativ geringen Durchsatzmengen bleiben hier gr\u00f6\u00dfere Abweichungen i.d.R. aus.<\/p>\n<p><strong>Richtig spezifizieren ist die L\u00f6sung<\/strong><br \/>\nEs ist also wichtig, ein Produkt vern\u00fcnftig zu spezifizieren. Testreihen haben ergeben, dass viele Produkte die aus ,,demselben Polyurethan hergestellt werden wie&#8230;XXX\u201c (O-Ton Marketing) \u2013 in verschiedenen Testzyklen mit UV-Bestrahlung und in Klimawechselkammern nicht einmal 10 % der Lebensdauer erreichen.<\/p>\n<p>Die Extrusion, um das Eingangsthema nochmal aufzugreifen, kann eine Erg\u00e4nzung zum Verguss sein. Sie ist durchaus ein interessanter Ansatz f\u00fcr den Leuchtenhersteller \u2013 und auch f\u00fcr den Vergussdienstleister. Die Materialentwicklungen, wenn sie gen\u00fcgend spezifiziert sind, ergeben durchaus gute Ergebnisse, um auch in diesen Prozessen zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Hier m\u00fcssen allerdings verschiedene Aspekte ber\u00fccksichtigt werden:<br \/>\n\u2022 Wie lang muss das Produkt sein?<br \/>\n\u2022 Wer konfektioniert es auf L\u00e4nge?<br \/>\n\u2022 Wie sichert man den Einlass?<br \/>\n\u2022 Welcher Kabel-\u00d8 ist gew\u00fcnscht?<br \/>\n\u2022 Ist die Kompatibilit\u00e4t zu Endkappe, Kabel und Co. gegeben?<\/p>\n<p>Die Antworten entscheiden \u00fcber das zu w\u00e4hlende Produktionsverfahren und zeigen, dass auch Massenprodukte wie LED-Leuchten beratungsensibel sind.<\/p>\n<p><strong>Fakten f\u00fcr Eink\u00e4ufer<\/strong><br \/>\n\u2022 Kein sinnvoller Preisvergleich ohne solide Produktspezifkation<br \/>\n\u2022 Extrusion kann unter Ber\u00fccksichtigung aller Kriterien eine Alternative zum Verguss sein<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht im <a href=\"https:\/\/dichtdigital.isgatec.com\/de\/profiles\/1d1042c9c353\/editions\/045e37badb70a905a31e\/pages\/page\/27\">Magazin ,,Dicht!&#8220; (03\/2019)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LEDs sicher vergie\u00dfen ELEKTRONIK\/ELEKTROTECHNIK ROH-STOFFE\/MISCHUNGEN \u2013 Immer wenn Produkte zu Massenprodukten werden, wie z.B. 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